HERZ 26: 260 - 272, 2001
Bedeutung der EKG-Triggerung mit dem Multi-Slice-CT zum Ausschluss
einer Koronararterienverkalkung bei Personen ohne bekannte KHK
S. Silber für das MUNICH-Register
- (MUltislice Normal Incidence of Coronary Health)
Herzdiagnostikzentrum (hdz), München
Zusammenfassung:
Hintergrund: Zur Vermeidung überflüssiger
Herzkatheter kommt dem Ausschluss einer Koronararterienverkalkung
ein hoher Stellenwert zu. Andererseits ist der Nachweis einer
Koronararterienverkalkung beweisend für das Vorliegen einer
Koronarsklerose und erfordert nach den NCEP-Richtlinien eine Absenkung
des LDL-Cholesterins unter 100 mg/dl. Als "Goldstandard"
für das "Kalzium-Scanning" gilt die EKG-getriggerte
Elektronenstrahltomographie (EBT). Seit über 6 Jahren werden
zum "Kalzium-Scanning" auch mechanische Mehrzeilen-
Spiral-CTs (MSCT) ohne EKG-Triggerung eingesetzt. Patienten und
Methode: Um die Bedeutung der EKG-Triggerung für das MSCT
zu untersuchen, verglichen wir bei 1 206 (57 ± 10 Jahre,
75% männlich) Personen ohne bekannte koronare Herzkrankheit
Vorhandensein und Ausmaß einer Koronararterienverkalkung
in Abhängigkeit von der EKG-Triggerung mit einem Mx-8000-Vier-Schicht-CT
(Fa. Marconi). Die Aufnahmen ohne EKG-Triggerung erfolgten im
Spiralmodus bei 120 kV und 249 mAs mit einer Kollimation von 2,5
mm entsprechend einer effektiven Schichtdicke von 3,2 mm. Die
prospektive EKG-Triggerung erfolgte im sequentiellen ("axialen")
Modus bei 120 kV und 165 mAs mit einer kollimierten und effektiven
Schichtdicke von 2,5 mm. Der Triggerzeitpunkt wurde bei 333 ms
vor 90% des zu erwartenden RR-Intervalls gesetzt.
Ergebnisse: Bei guter Vergleichbarkeit der Ausgangsdaten
für beide Gruppen hinsichtlich Alter, Geschlecht und Risikofaktoren
wurde eine kalzifizierende Koronarsklerose in 51,5% der Patienten
ohne und in 34% der Personen mit EKG-Triggerung ausgeschlossen
(p < 0,001). Ein Agatston-Score > 100 fand sich ohne EKG-Triggerung
in 14,2%, mit EKG-Triggerung in 33,1%. Die loge-transformierten
Kalziumscores waren mit 1,7 ± 2,2 bei Personen ohne und
mit 2,9 ± 2,6 bei Personen mit EKG-Triggerung signifikant
unterschiedlich (p < 0,001). Die Multivarianzanalyse ergab,
dass das Vorhandensein einer EKG-Triggerung ein eigenständiger
"Risikofaktor" und sogar der wichtigste Prädiktor
für den Nachweis von Koronarkalk war. Die getrennte Analyse
der größeren Koronararteriengebiete (Hauptstamm, LAD,
RCx und RCA) ergab, dass mit EKG-Triggerung Koronarkalk in 1,51
± 1,42 (Median 1,0) Koronararteriensegmenten nachgewiesen
wurde, während ohne EKG-Triggerung Koronarkalk nur in 1,03
± 1,33 (Median 0,0) Koronararteriensegmenten entdeckt wurde
(p < 0,001).
Schlussfolgerung: Da ohne EKG-Triggerung jeder fünfte
Kranke irrtümlicherweise als gesund eingestuft wird und andererseits
nur der möglichst sensitive Ausschluss von Koronarkalk Herzkatheter
einsparen kann, ist die Verwendung einer EKGTriggerung zum "Kalzium-Scanning"
mit dem MSCT obligatorisch.
Einleitung
Der sensitive Ausschluss bzw. Nachweis einer Koronararterienverkalkung
ist in zweierlei Hinsicht von praktischer Bedeutung: Wie kürzlich
gezeigt werden konnte, kommt der Ausschluss einer Koronararterienverkalkung
dem nicht invasiven Ausschluss einer signifikanten Koronarstenose
gleich [37, 38]. Andererseits wird beim Nachweis einer Atherosklerose
(z.B. Koronarsklerose) unabhängig vom Vorhandensein anderer
Risikofaktoren entsprechend den Richtlinien in den USA [63, 64]
und auch in Europa [102, 109] empfohlen, das LDL-Cholesterin unter
100 mg/dl abzusenken, was in der Regel einer Statintherapie gleichkommt.
Früher erfolgte die sensitive Erfassung einer kalzifizierenden
Koronarsklerose ausschließlich anhand der Elektronenstrahl-Computertomographie
(EBCT = EBT), bei der sich die Röntgenröhre nicht bewegt
und daher keinen mechanischen Limitationen unterworfen ist. So
stammt auch der größte Teil an wissenschaftlichen Daten
zum Stellenwert des Nachweises und Ausmaßes einer Koronarsklerose
(Agatston-Score) aus den Erfahrungen mit dem EBT. Die größte
Limitation des EBT ist jedoch der hohe Anschaffungspreis, der
diese Methode von einer weiten Verbreitung abhielt. Weiterentwicklungen
in der Technologie des klassischen CTs führten zu Multi-Slice-CT-Geräten
mit zwar noch mechanischen, aber "ultraschnellen" Rotationen
mit Umlaufzeiten von 250 ms/180° und machten diese zu einer
weniger kostenintensiven Alternative. Diese Geräte sind heute
bereits weit verbreitet und werden zur allgemeinen radiologischen
Bildgebung genutzt. Im Gegensatz zum EBT gibt es allerdings beim
Multi-Slice- CT keinen allgemein akzeptierten Standard zur Erfassung
der Koronararterienverkalkung. Da anders als beim EBT ein Multi-Slice-CT
auch im Spiralmodus betrieben werden kann, ist eine EKGTriggerung
grundsätzlich nicht erforderlich, um Bilder des Herzens zu
erhalten. Die ungetriggerte Datenaufnahme mit dem Multi-Slice-CT
wurde in mehreren wissenschaftlichen Studien verwendet [8891]
und ist heute im klinischen Einsatz, wenn auf die Option einer
EKG-Triggerung zur Senkung der Anschaffungskosten verzichtet wird.
Ziel unserer Studie war es, die Ergebnisse unserer Personen zu
vergleichen, die mit und ohne EKG-Triggerung untersucht wurden
und die klinische Relevanz zu diskutieren.
Patientengut und Methodik Patienten Analysiert wurden
alle konsekutiven Patienten ohne bekannte koronare Herzerkrankung,
die zwischen Juli 1999 (nach Installation des CTs) und Mai 2000
im Herzdiagnostikzentrum (hdz, München, www.herzdiagnostik.com)
im Rahmen des MUNICH-Registers (MUltislice Normal Incidence of
Coronary Health) untersucht worden waren. Es wurden nur Personen
ohne Anamnese, Zeichen oder Symptome einer ischämischen koronaren
Her zerkrankung eingeschlossen. Die ausführliche Anamnese
umfasste eine differenzierte Analyse der klinischen Symptome und
der bekannten Risikofaktoren. Abgesehen von Alter und Geschlecht
wurden die Risikofaktoren arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus,
gegenwärtiger oder früherer Nikotinkonsum, Hypercholesterinämie
und positive Familienanamnese befragt. Eine arterielle Hypertonie
wurde gewertet, wenn die Personen mehrfache Blutdruckmessungen
der systolischen und/oder diastolischen Werte > 140 mm Hg bzw.
> 90 mm Hg berichteten, insbesondere bei drei und mehr Messungen,
und/oder wenn die Patienten eine antihypertensive Medikation erhielten.
Ein Diabetes mellitus war definiert als ein Nüchternblutzucker
> 126 mg/dl (anamnestisch) und/oder die Verabreichung von antidiabetischen
Medikamenten. Rauchen wurde eingestuft als nie, früher oder
gegenwärtig. Eine Hypercholesterinämie war definiert
als ein Gesamtcholesterin über 240 mg/dl (anamnestisch) und/oder
die Einnahme einer lipidsenkenden Medikation. Eine positive Familienanamnese
war definiert als das Vorliegen einer klinisch relevanten koronaren
Herzerkrankung bei Verwandten ersten Grades. Genaue Informationen
über das Alter der Verwandten zu Beginn der koronaren Herzerkrankung
waren oft nicht möglich, sodass eine koronare Herzerkrankung
bei Verwandten in jüngeren Jahren nicht separat erfasst wurde.
Multi-Slice-CT Von den insgesamt 1 206 analysierten
Personen war bei den ersten 384 Patienten (32%) die Option der
EKGTriggerung noch nicht verfügbar. Bei allen folgenden 822
Patienten (68%) erfolgte eine EKG-Triggerung in prospektiver Technik.
Die Aufnahmen erfolgten mit dem Mx-8000-Vier- Schicht-CT (Fa.
Marconi, Cleveland, Ohio). Die Patienten wurden auf dem CT-Tisch
mit den Füßen voraus positioniert, Kontrastmittelapplikationen
erfolgten nicht. Das Herz wurde zunächst anhand einer niedrig
dosierten Lungenaufnahme exakt lokalisiert. Dann wurde die Aufnahme
der hochauflösenden Herzbilder auf der Höhe der Bifurkation
des Pulmonalarterienstammes gestartet und nach kaudal bis zur
Herzspitze fortgesetzt. Die Patienten wurden gebeten, den Atem
in Inspiration während der Aufnahme anzuhalten. Aufgrund
der schnellen Rotationszeit und der Verwendung eines Vier-Schicht-CTs
lag die erforderliche Atemanhaltezeit in Abhängigkeit von
der Herzfrequenz unter 20 s. Bei der ersten Patientengruppe erfolgte
die Aufnahme im Spiralmodus ohne EKG-Triggerung bei 120 kV und
249 mAs mit einer Kollimation von 2,5 mm entsprechend einer effektiven
Schichtdicke von 3,2 mm. Der Tischvorschub betrug 5,6 mm/s. Die
Rekonstruktion erfolgte "Schicht an Schicht" ohne Überlappung.
In der zweiten Gruppe erfolgte die prospektive EKG-Triggerung
im sequentiellen ("axialen") Modus bei 120 kV und 165
mAs. Die kollimierte und im Sequentialmodus gleichzeitig effektive
Schichtdicke betrug 2,5 mm. Der Tischvorschub war 10 mm (4 _ 2,5
mm) pro aufgenommene Serie von vier Schichten, die sich lückenlos
aneinander reihten. Der Triggerzeitpunkt wurde bei 333 ms vor
90% des zu erwartenden RR-Intervalls gesetzt (AccuSync, Milford,
Connecticut, USA). Aufgrund der systeminhärenten "Ladezeit"
erfolgte die Triggerung für die Aufnahme bei Herzfrequenzen
oberhalb von 58/min bei jeder zweiten RZacke, bei niedrigeren
Herzfrequenzen führte jede einzelne R-Zacke zur Datenaufnahme.
Patienten mit Vorhofflimmern wurden ausgeschlossen. Die Rekonstruktion
erfolgte für ein Gesichtsfeld von 18 _ 18 cm; zur Auswertung
der Bilder wurde die Firmensoftware (HeartBeat CS, Version 2.7)
benutzt. In Übereinstimmung mit den Agatston-Kriterien [1]
war Kalk definiert als eine strahlungsabschwächende Struktur
von einem Dichtewert von > 130 Hounsfield- Einheiten [HE] in
einer Fläche von mindestens 0,5 mm2. Die kalzifizierten Läsionen
wurden manuell umfahren und nur dann in die Analyse aufgenommen,
wenn sie sich in der Projektionslinie der Koronararterien befanden.
Verkalkungen an den Koronarostien, der Aorta, Herzklappen oder
extrakardialen Strukturen wurden ausgeschlossen. Der Kalziumscore
wurde als Produkt der Läsionsfläche und den Faktoren
14 berechnet, der sich aus der maximalen Dichte der gemessenen
Läsionen ergab [1]. Die Summe aller Einzelscores ergab den
gesamten Kalziumscore (Agatston- Score).
Statistik Die statistische Analyse wurde mit der SPSS-Software
(Version 9.0.1 SPSS Inc. Chicago, Illinois, USA) durchgeführt.
Die Ergebnisse sind (wenn nicht anders beschrieben) als Mittelwert
und Standardabweichung dargestellt. Unterschiede im Vorhandensein
von Koronarkalk zwischen den beiden Gruppen wurden durch Vergleich
der Proportionen, die Unterschiede in den Kalziumscores anhand
des nicht parametrischen Mann- Whitney-Tests berechnet. Um den
Einfluss der unter- schiedlichen Parameter auf den Kalziumscore
zu testen, erfolgte eine Multivarianzanalyse (lineare Regression).
Hierfür wurde eine loge{x + 1}-Transformation des Kalziumscores
durchgeführt, um die fehlende Normalverteilung zu berücksichtigen.
Als signifikant galt ein zweiseitiger p-Wert von < 0,05.
Ergebnisse
Mit Ausnahme des BMI (Body-Mass-Index) waren beide Gruppen
hinsichtlich ihrer demographischen Daten vergleichbar (Tabelle
1).
Abbildung 1 zeigt ein typisches Beispiel für eine ungetriggerte,
Abbildung 2 für eine getriggerte Aufnahme.
Bei Personen ohne EKG-Triggerung wurde signifikant seltener
(48,5%) eine Koronarsklerose entdeckt als bei Patienten mit EKG-Triggerung
(66%, Tabelle 1). Dementsprechend wurde bei Personen ohne EKG-Triggerung
signifikant häufiger eine Koronarsklerose "ausgeschlossen"
(51,5%) als bei Personen mit EKG-Triggerung (34%). So fand sich
auch ohne EKG-Triggerung nur in 14,2%, mit EKG-Triggerung in 33,1%
eine höhergradige (Agatston-Score > 100) Koronarsklerose.
Um auszuschließen, dass die auch nur geringen Unterschiede
in den Risikofaktoren diesen Effekt verursachen könnten,
wurden alle in Tabelle 1 aufgeführten Risikofaktoren einschließlich
des Parameters "EKG-Triggerung vorhanden/ nicht vorhanden"
einer Multivarianzregressionsanalyse unterzogen. Die log e-transformierten
Kalziumscores waren mit 1,7 ± 2,2 bei Personen ohne und
mit 2,9 ± 2,6 bei Personen mit EKG-Triggerung signifikant
unterschiedlich (p < 0,001). Wie aus Tabelle 2 hervorgeht war
das Vorhandensein einer EKG-Triggerung der wichtigste Prädiktor
für den Nachweis von Koronarkalk und unabhängig von
den kardiovaskulären Risikofaktoren. Die enge Beziehung zwischen
Koronarkalk und EKGTriggerung war von der gleichen Größenordnung
wie der Risikofaktor "männliches Geschlecht" (Tabelle
2).
Die getrennte Analyse der größeren Koronararteriengebiete
(Hauptstamm, LAD, RCx und RCA) ergab, dass mit EKG-Triggerung
Koronarkalk in 1,51 ± 1,42 (Median 1,0) Koronararteriensegmenten
nachgewiesen wurde, während ohne EKG-Triggerung Koronarkalk
nur in 1,03 ± 1,33 (Median 0,0) Koronararteriensegmenten
entdeckt wurde (p < 0,001).
Diskussion
Unsere Ergebnisse zeigen, dass der sensitive Nachweis einer
kalzifizierenden Koronarsklerose die Verwendung einer EKG-Triggerung
voraussetzt. Anderenfalls wird ungefähr jeder fünfte
Kranke als gesund eingestuft. Der Verzicht auf eine EKG-Triggerung
[90] schmälert den hohen negativen prädiktiven Wert
der Untersuchung zur Vermeidung überflüssiger Herzkatheter
[37, 94]. Gleichzeitig beinhaltet der Verzicht auf eine EKG-Triggerung
die irrtümliche Vorenthaltung wichtiger Strategien zur Sekundärprävention
bei ca. 20% der Patienten. Der Verwendung einer EKG-Triggerung
kam in unserer Untersuchung zum Nachweis von Koronarkalk ein höherer
Stellenwert zu als der Existenz der bekannten Risikofaktoren (Tabelle
2). Die Unterschiede in der Datenaufnahme hinsichtlich der effektiven
Schichtdicke mit (4 _ 2,5 mm) bzw. ohne (4 _ 3,2 mm) EKGTriggerung
können nicht ausreichend die unterschiedlichen Agatston-Scores
erklären (Tabelle 1). Bei größerer Schichtdicke
kommen auch Partialvolumeneffekte stärker zum Tragen. Eine
randomisierte Studie derselben Personen mit und ohne EKG-Triggerung
wäre sicher aussagekräftiger, allerdings ethisch nicht
oder nur schwer vertretbar. Es bleibt die Tatsache, dass bei Verwendung
einer EKG-Triggerung bei mehr Patienten in mehr Koronargefäßen
Koronarkalk erkannt wurde als ohne EKG-Triggerung und die Menge
des Kalziums um ca. 70% anstieg (basierend auf den loge-transformierten
Werten). Bei prospektiver EKG-Triggerung erfolgt die Aufnahme
innerhalb der Diastole. Der Triggerpunkt wurde 333 ms vor 90%
des (zu erwartenden) RR-Intervalls gesetzt, um Bewegungsartefakte
zu vermeiden bzw. zu reduzieren. Es war unser Ziel, die vollständige
Aufnahme von vier Schichten noch vor der Vorhofkontraktion zu
beenden, die bei annähernd 90% des RR-Intervalls (in Abhängigkeit
von der PQZeit) anzunehmen ist. Da die effektive Aufnahmezeit
250 ms betrug und 83 ms für das Hochfahren der Röntgenröhre
benötigt wurden ("Ladezeit"), ergab sich der Wert
von 333 ms als minimaler Zeitabstand vor der Vorhofkontraktion.
Ein Triggerzeitpunkt zu einer früheren Phase des Herzzyklus
hätte zu einer teilweisen Datenaufnahme während der
Systole geführt, was vor allem bei Patienten mit höheren
Herzfrequenzen Bewegungsunschärfen mit sich bringt. Die mechanische
CT ohne EKG-Triggerung wird schon seit über 6 Jahren zur
Koronarkalkquantifizierung eingesetzt: Der "Zweizeiler"
weist eine Rotationszeit von 1 s auf, in Spiraltechnik wurde mit
einer kollimierten Schichtdicke von 2 _ 2,5 mm aufgenommen [88].
Vergleichsuntersuchungen zum "Goldstandard" des getriggerten
EBT liegen nicht vor und wären auch schwer zu interpretieren,
da beim "Twin" nicht nur die EKG-Triggerung fehlte,
sondern auch ein Schwellenwert von 90 HE gewählt wurde [8891].
Ob ein Schwellenwert von 90 HE wirklich dem von 130 HE überlegen
ist [13] wird kontrovers diskutiert und ist durch keine prognostischen
Daten gesichert. 1999 berichteten Becker et al. [10] eine überraschend
gute Korrelation (r = 0,956) zwischen dem mittels EBT (getriggert)
und dem mit einem ungetriggerten konventionellen Einschicht-CT
bestimmten gesamten Kalziumscore. In einer Folgestudie derselben
Arbeitsgruppe fanden die Autoren im Vergleich zum EBT eine bessere
Übereinstimmung der Scores für die getriggerten sequentiellen
Scans als für die ungetriggerten [9]. Nachteil dieses Einschichtverfahrens
war allerdings die lange Untersuchungszeit, sodass das Herz nicht
während eines einzigen Atemanhaltens aufgenommen werden konnte
[9]. Die neue Generation der Vier-Schicht-CTs erreicht eine Umlaufzeit
vom 500 ms, sodass das gesamte Herz auch bei prospektiver
EKG-Triggerung während eines einzigen Atemanhaltens
aufgenommen werden kann [48, 53, 72]. Die bei diesen Geräten
für 180° benötigte Belichtungszeit von ca. 250 ms
kann unter maximaler Ausnutzung der Spiraltechnik noch weiter
herabgesetzt werden, z.B. auf 125 ms, wenn eine Schicht in mehreren
Sektoren, also in mehreren Herzschlägen aufgenommen wird.
Hierbei fand sich für diese Multi-Sector-Methode ein im Vergleich
zur Single-Sector-Methode ca. 15% niedrigerer Kalziumscore [19].
Die klinische Bedeutung dieser Daten ist unklar (Übersehen
von Kalk mit der Multi-Sector-Methode?), unterstreicht aber die
Notwendigkeit eines Standards für das Multi-Slice-CT: Während
die Agatston-Score-Bestimmung mit dem EBT standardisiert ist (40
Schichten à 3 mm, EKG-getriggert bei 80% des RR-Intervalls
[28]), gibt es für das Mehrschicht-CT keine Standardisierung.
Kompliziert wird diese Problematik weiterhin dadurch, dass beim
Mehrschicht-CT eine höhere Zahl an Variationsmöglichkeiten
der Aufnahmeparameter besteht als beim EBT: Das Mehrschicht-CT
kann entweder in Analogie zum EBT sequentiell ("axial",
diskontinuierlich, Schicht für Schicht bzw. jeweils ein Satz
von vier Schichten) oder im Spiralmodus gefahren werden. Eine
Spirale ist mit dem EBT nicht möglich. Unser Ziel war es,
dem "Goldstandard" EBT möglichst nahe zu kommen,
daher wählten wir für die EKG-Triggerung den sequentiellen
Aufnahmemodus. Diese prospektive EKG-Triggerung bietet noch einen
weiteren Vorteil: Aufgrund der diskontinuierlichen Bestrahlung
ist die Strahlenexposition niedriger als im Spiralmodus mit kontinuierlicher
Bestrahlung. Um die Strahlenexposition noch weiter zu reduzieren
könnte bei den meisten Patienten der Röhrenstrom sogar
auf maximal 100 mAs reduziert werden, ohne dass die Bildqualität
darunter leidet (persönliche Mitteilung von Dr. Christoph
Becker, Ludwig Maximilians Universität München). Gegenwärtig
werden Standards entwickelt um das Ergebnis der Koronarkalkuntersuchung
bei verschiedenen Mehrschicht-CT-Modellen untereinander zu vergleichen.
Wir meinen, dass das von uns verwendete Protokoll eine vernünftige
Basis bietet und möglichst nahe an den ursprünglichen
Agatston-Score herankommt: so erhielten wir eine gute Übereinstimmung
unserer Ergebnisse für die Agatston-Score-Perzentilen mit
den für das EBT publizierten Daten [85]. In letzter Zeit
wird vorgeschlagen, den klassischen Agatston-Score durch "volumetrische"
Parameter zu ersetzen, die das gesamte Kalkvolumen (in mm3), die
Kalkmasse (in mg) oder die Kalkdichte (in mg/mm3) unabhängig
von der Schichtdicke messen und hierbei die Dichteunterschiede
des Kalks kontinuierlich (nach Agatston: stufenweise) berücksichtigen.
Ob diese neuen Parameter grundsätzlich reproduzierbarer sind
[16] und ob die Reproduzierbarkeit der mittels Spiral-CT bestimmten
volumetrischen Scores höher ist als die der sequentiellen
EBT, ist noch nicht ausreichend untersucht [11, 16]. Da dies noch
viele Jahre in Anspruch nehmen wird, sollte bis dahin in der Routinediagnostik
der Agatston-Score in möglichst naher Anlehnung an seine
ursprüngliche Definition [1] im Befund an die behandelnden
Ärzte weitergegeben werden [95].
Bedeutung des Koronarkalks
Der Nachweis einer Koronararterienverkalkung ist beweisend
für das Vorliegen einer koronaren Atherosklerose. Die Menge
des Koronarkalks korreliert direkt mit der gesamten koronaren
Plaquelast (kalzifizierte und nicht kalzifizierte Plaques), ist
also Ausdruck des Schweregrades und der Ausdehnung der Koronarerkrankung
[83, 84]. Kalk kommt sowohl in stabilen als auch in vulnerablen
Plaques am plötzlichen Herztod Verstorbener gleich häufig
(zu jeweils ca. 50%) und mit vergleichbarer Intensität vor
[15]. Die viel gehörte Meinung, verkalkte Plaques seien "abgeheilt"
und somit stabil, während sich die vulnerablen Plaques dem
UCT entziehen, ist also nicht richtig. Aufgrund des Nachweises
einer Atherosklerose anhand von Koronarkalk sind die sensitive
Erfassung und exakte Quantifizierung des koronaren Kalziums eine
wichtige Voraussetzung für klinisch wichtige Informationen
[8, 8083]. So verwundert es nicht, dass sich der unsensitive
Nachweis mittels Durchleuchtung klinisch nicht durchsetzte [51].
Ein Herzinfarkt bzw. Mikroembolien und somit der Untergang
von Herzmuskel beginnen meist mit einer Plaqueruptur bzw.
Plaquefissur oder -erosion [24, 27, 29, 30, 55, 101]. Das Konzept
der sensitiven Koronarkalkbestimmung beruht auf der Tatsache,
dass der Großteil der zum Herzinfarkt führenden Plaques
bis zum akuten Ereignis der Plaqueruptur (leider) keine höhergradige
Lumeneinengung erzeugte [32, 97]. Daher hatten diese Patienten
keine Chance, "ihre" Angina pectoris als Warnsymptom
zu verspüren, sämtliche Belastungstests mussten unauffällig
bleiben [26, 58]. Oft wird der dann "aus heiterem Himmel"
eintretende Herzinfarkt den Ärzten als "im Vorfeld übersehen"
vorgeworfen, aber weder dem Belastungs-EKG noch der Stressechokardiographie
bzw. Myokardszintigraphie kann die Nichterfassung hämodynamisch
nicht wirksamer Koronarveränderungen angelastet werden [26,
92]. Eine vorausgegangene nicht hochgradige (so genannte "nicht
signifikante", genauer "hämodynamisch nicht signifikante")
Stenose konnte an 1091 Patienten in 31% bis 72% (im Mittel 47%)
der Herzinfarkte dokumentiert werden [2, 31, 39, 40, 56, 62, 67,
74, 110]. Somit lag es nahe, dem sensitiven Nachweis einer präklinischen
Koronarsklerose eine prognostische Aussage zukommen zu lassen:
In zahlreichen Untersuchungen konnte der prognostische Stellenwert
einer kalzifizierenden Koronarsklerose in Hinblick auf ein in
den folgenden Jahren auftretendes Koronarereignis gesichert werden
[5, 6, 70, 77, 79, 86, 93, 105]. Die Aussagekraft nimmt weiter
zu, wenn nicht nur der "absolute" Agatston- Score, sondern
Alter und Geschlecht anhand entsprechender Perzentilen berücksichtigt
werden [47, 77]. So liegt z.B. ein Agatston-Score von 10 bei einer
30- jährigen Frau in der 99. Perzentile, der gleiche Score
bei einem 70-jährigen Mann dagegen in der 25. Perzentile.
In einer an über 2 200 Patienten über ca. 12 Jahre durchgeführten
Studie ergab sich für die Agatston-Scores in der höchsten
Perzentilengruppe (76100) eine im Vergleich zur niedrigsten
Perzentilengruppe (025) 3,5- fach höhere Sterblichkeit
[14]. In diesem Perzentilenbereich fand sich eine Rate von "harten"
Manifestationen einer KHK (Herzinfarkt und Koronartod) von jährlich
1,8 4,5% [6, 77]. Obwohl heute die prognostische Aussagekraft
des Agatston-Scores unbestritten ist, muss man die "Gretchenfrage"
stellen, ob der Agatston-Score von den klassischen Risikofaktoren
unabhängig ist, d.h. eine über die klassischen Risikofaktoren
hinausgehende Zusatzinformation liefert [87]. Aufgrund neuerer
Publikationen ist dies zu bejahen: Unabhängig von anderen
Risikofaktoren ist der Agatston-Score sowohl in Hinblick auf die
Ausdehnung der Koronarerkrankung [42, 43, 45, 78, 83, 100] als
auch bezüglich der Prognose [6, 50, 70, 89, 99, 107] ein
unabhängiger Parameter: So haben z.B. zwei gleich alte Männer
mit identischem Risikoprofil in Abhängigkeit vom Agatston-
Score ein achtfach unterschiedliches Risiko eines koronaren Ereignisses
[107]. In diesem Zusammhang sei darauf hingewiesen, dass die Häufigkeit
des plötzlichen Herztodes bei jungen Erwachsenen von 19891996
sowohl bei Frauen als auch bei Männern kontinuierlich angestiegen
ist [111].
Richtlinien zur effektiven Prävention
Entsprechend den alten [63] und neuen [65] US-amerikanischen
NCEP-Richtlinien muss unabhängig vom Vorliegen klassischer
Risikofaktoren das LDL-Cholesterin unter 100 mg/dl abgesenkt werden,
wenn eine bekannte koronare Herzerkrankung vorliegt (Sekundärprävention).
Das gleiche gilt auch, wenn eine andere Form der Atherosklerose
("other atherosclerotic disease") [64] vorliegt (so
genannte Primärprävention, eigentlich genauer eine Sekundärprävention)
(Tabelle 3).
In der Regel ist ein LDL-Cholesterin unter 100 mg/dl mit Diät
alleine nicht zu erreichen und die Gabe eines Statins erforderlich.
Neben der LDL-Senkung bewir- ken die Statine einen hiervon unabhängigen
protektiven Effekt ("Plaquestabilisierung") [103] und
scheinen auch das Fortschreiten der Koronarsklerose zu bremsen
[17]. Auch in Europa wird empfohlen, bei Patienten mit nachgewiesener
Atherosklerose unabhängig vom Vorliegen klassischer Risikofaktoren
ein Statin zu verabreichen, insbesondere bei Männern <
70 Jahren und Frauen < 75 Jahren [102]. Dieses Vorgehen soll
die Effektivität des Einsatzes von Statinen in der Primärprävention
erhöhen: Bei einer NNT (number needed to treat) von 528 kostet
die Statintherapie in der Primärprävention ca. DM 940
000, pro gerettetes Leben pro Jahr. Eine bessere Risikostratifizierung
ist erforderlich, um die Kosteneffektivität der Lipidsenkung
in der Primärprävention zu erhöhen [52, 54, 59,
73]. Somit lässt sich aus der Literatur [6365] und [102]
das in Abbildung 3 dargestellte Flussdiagramm ableiten.
Falls keine Atherosklerose bzw. kein Koronarkalk nachweisbar
ist, fallen die Entscheidungen über Notwendigkeit und Ausmaß
einer Primärprävention über die Analyse der klassischen
Risikofaktoren (Tabelle 3, Abbildung 3). Man kann diesem Vorgehen
entgegenhalten, dass die mit den klassischen Risikofaktoren bereits
als "hohes Risiko" eingestuften Patienten keinen Nachweis
des Vorliegens einer Koronarsklerose mehr benötigen und nur
Patienten mit "mittlerem Risiko" einer Koronarkalkuntersuchung
zugeführt werden sollten [35, 36]. Die Einstufung als "hohes
Risiko" nach Framingham ist aber umstritten: Während
einerseits die Framingham- Risikokalkulation als "zu empfindlich"
kritisiert wurde [61], unterschätzt andererseits die klassische
Risikofaktorenanalyse das wahre Ausmaß einer subklinischen
Koronarsklerose [100]. Neben dem Framingham-Modell [3, 4, 20,
49] gibt es derzeit zur Abschätzung des kardialen Risikos
anhand der etablierten Risikofaktoren eine Vielzahl von anderen
Modellen, wie z.B. die Europäischen Richtlinien [109], die
Sheffield-Tabellen in Großbritannien [104], das EPOZModell
in Holland [44] und PROCAM aus Münster [7]. Leider gehen
nicht alle etablierten Risikofaktoren in alle Modelle ein, neuere
Risikofaktoren werden noch nicht berücksichtigt [98, 108].
In einer vergleichenden Studie an über 1 000 Patienten (SAPHIR-
Studie, persönliche Mitteilung von B. Paulweber, Salzburg)
konnte gezeigt werden, dass ein nach Framingham als "niedriges
Risiko" eingestufter Patient nach PROCAM häufig als
"mittleres Risiko" und in Einzelfällen sogar als
"hohes Risiko" klassifiziert wird. Andererseits werden
viele nach PROCAM als "hohes Risiko" eingestufte Patienten
nach Framingham dem "mittleren Risiko" zugeordnet. So
verwundert es nicht, wenn der Stellenwert der klassischen Risikofaktoren
zur individuellen Risikoerkennung kritisch hinterfragt wird [33,
100]. Attraktiv ist der Vorschlag von Grundy [34], im Punktesystem
des Framingham- Scores das aktenkundliche Lebensalter der Patienten
durch ein in Abhängigkeit vom Kalkscore modifiziertes
biologisches also "wahres" Alter zu ersetzen.
Insgesamt ist die Einstufung des Risikos einer Koronarerkrankung
bei Personen mittleren Alters sehr komplex und schwierig zu berechnen
[21]; besonders bei asymptomatischen Frauen ist die Aussagekraft
der klassischen Risikofaktoren enttäuschend [43]. Vorteil
der sensitiven Erfassung von Koronarkalk gegenüber den klassischen
Risikofaktoren ist der direkte und individuelle Beweis des Vorliegens
einer Atherosklerose. Der Nachweis einer Atherosklerose kann selbstverständlich
auch anhand anderer nicht invasiver Methoden geführt werden,
z.B. mittels Karotissonographie. Hierbei muss zwischen dem Nachweis
von Karotisplaques einerseits und einer erhöhten Dicke des
Intima/ Media-Komplexes unterschieden werden. Während der
Nachweis von Karotisplaques beweisend ist für das Vorliegen
einer Atherosklerose und ihm eine prognostische Bedeutung zukommt
[23], muss sich die Methodik der erhöhten Intima/Media-Dicke
der gleichen kritischen Analyse unterziehen wie der Agatston-Score:
Eine im Bereich der Carotis communis erhöhte Intima/ Media-Dicke
korreliert zwar mit künftigen zerebround kardiovaskulären
Ereignissen [12, 96], der im Vergleich zu den klassischen Risikofaktoren
zusätzliche progostische Gewinn ist aber allenfalls marginal
[22]. Abgesehen von den nicht unerheblichen methodischen Problemen
wurde der Stellenwert der erhöhten Intima/ Media-Dicke lediglich
bei älteren Patienten (> 65 Jahre) untersucht, die ohnehin
schon ein erhöhtes vaskuläres Risiko aufweisen [66,
68]. Bei fehlendem Nachweis von Karotisplaques ist eine Koronarkalkuntersuchung
immer noch wichtig, sodass die Gesamtkosten zur Früherkennung
einer Atherosklerose unnötig erhöht werden.
Heutiger Stellenwert des sensitiven Nachweises bzw. Ausschlusses
von Koronarkalk
Shemesh et al. [90] schlugen bereits 1996 vor, bei Frauen ohne
Nachweis von Koronarkalk auf eine invasive Diagnostik zu verzichten:
Bei einer Spezifität von 100% hatte keine der Frauen eine
angiographisch nachweisbare relevante Koronarstenose [90]. In
einer neueren Untersuchung betrug der negative prädiktive
Wert (Ausschluss Koronarkalk mit EKG-getriggertem EBT) bei unter
60-jährigen Männern 98% und bei über 60-jährigen
Männern und allen Frauen 100% [37]. In sehr seltenen Fällen
kann es auch ohne Koronarkalk zum Herzinfarkt kommen, der jedoch
nicht auf dem Boden einer Atherosklerose, sondern aufgrund eines
kokainbedingten Koronarereignisses zu erklären war [57, 60,
75]. Der Nachweis von Koronarkalk ist keinesfalls gleichbedeutend
mit relevanten Koronarstenosen, da seine Spezifität nur ca.
50% beträgt [38, 88]. Die Entscheidung zum Herzkatheter muss
dann vom Ischämie-nachweis abhängig gemacht werden (Abbildung
3). Immerhin beträgt die Prävalenz der koronaren Herzerkrankung
mit signifikanten Stenosen in der Altersgruppe von 4070 Jahren
und einem mittleren Cholesterinspiegel von 238 mg/dl 7,3% [25].
Bei positivem Kalknachweis, insbesondere bei unter 70-jährigen
[102], folgt zwingend die Risikomodifikation entsprechend den
allgemeinen Richtlinien zur Sekundärprävention. Möglicherweise
wird der Agatston-Score zukünftig in die Berechnung des 10-Jahres-
Risikos ("Alterskorrektur"?) mit einbezogen [34, 65].
Dem Kalknachweis kommt zusätzlich zugute, dass er die Motivation
und Compliance der Patienten zur Risikomodifikation fördert
[106]. Auffälligerweise haben "Hypochonder" deutlich
weniger Koronarkalk als Personen mit geringer Somatisierungstendenz
[69]; die Beziehung zwischen Koronarkalk und sozioökonomischem
Status ist umstritten [18, 46]. Obwohl das "Kalzium-Scanning"
heute weit verbreitet ist [76, 79, 82], sollte es nicht unkritisch
als Screeningmethode angewendet werden. Entsprechend neuer ACC/AHA-Richtlinien
kann die Koronarkalkbestimmung bei ausgewählten asymptomatischen
Personen eingesetzt werden, wenn eine über die klassische
Risikofaktorenanalyse hinausgehende Entscheidungshilfe hinsichtlich
weiterer therapeutischer Strategien zu erwarten ist [71]. Die
US-amerikanische "Society of Atherosclerosis Imaging"
empfiehlt die Koronarkalkbestimmung sogar als initialen diagnostischen
Test bei < 65-Jährigen mit atypischer Symptomatik ohne
bekannte kardiovaskuläre Erkrankung [41].
Danksagung Wir danken den Herren Dr. A. Schmermund und
Dr. M. Rauwolf (Abteilung für Kardiologie der Universitätsklinik
Essen, Direktor: Prof. Dr. R. Erbel) für die statistische
Auswertung sowie Fr. Dr. B. Gruschka- Hellemann für ihre
Mitarbeit im Bereich Radiologie und Herrn H.P. Hellemann für
die Betreuung des Bereiches Medizinphysik.
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Korrespondenzanschrift
- Prof. Dr. med. S. Silber
Klinik Dr. Müller
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